Ausstellung einer „Besonderen Lernleistung“ von Christine Brill

Mensch und Natur – Zusammenspiel oder Zerwürfnis?





Der Mensch und die Natur, das ist ein Thema, das zunächst den Zeitgeist trifft. Naturverbundenheit und Naturfeindlichkeit sind allerdings Begriffe, die den Menschen nicht erst seit der fortschreitenden Industrialisierung umtreiben. Bereits 1855 sprach der indigene Häuptling Seattle vom Naturhass des „Weißen Mannes“, der egoistisch die Erde besitzen möchte, sie ausbeutet und damit seine eigene Lebensgrundlage gefährdet, ein Mechanismus, der seit damals ungebremst fortschreitet. Dieses Thema greift Christine Brill in ihrer besonderen Lernleistung im Rahmen des Abiturs am Einstein-Gymnasium auf. Ein Interesse an Kunst besteht bei ihr seit vielen Jahren. In ihrer Kindheit belegte sie Kurse im Bleichhäuschen, seit der 5. Klasse hat sie jedes Jahr, meist erfolgreich, am Kunstwettbewerb der Volksbank teilgenommen. Nach einem Praktikum am Bleichhäuschen folgten in der Oberstufe der Kunst-Leistungskurs und ein Kunst-Projektkurs. In der Ausstellung in der Kreissparkasse Wiedenbrück zeigt sie nun die Ergebnisse einer mehrmonatigen Arbeitsphase, die sie als „5. Fach“ in ihr Abitur einbringt. Seit dem Herbst arbeitete sie intensiv an ihren Bildern, mit Ölfarben, weil die sich länger verarbeiten lassen und eine höhere Farbechtheit besitzen. Die oft zentral komponierten Bilder zeigen verschiedene Facetten des Verhältnisses vom Menschen zur Natur, der Betrachter kann dabei seinen eigenen Standpunkt befragen und sich einem Reality-Check unterziehen. Christine Brill setzt ihre Bilder zunächst als Fotocollagen zusammen. Dabei bedient sie sich verschiedenstem Bildmaterial, „alles was ich finden kann.“ Sie fotografiert Dinge in ihrem Umfeld, sucht nach Bildern im Internet und macht Anleihen aus der Kunst von der Romantik bis zum Surrealismus. Dabei changieren ihre Themen zwischen erhoffter Harmonie bis zu Brandrodung oder Folterkammer. Jedes ihrer Bilder spricht verschiedene Themen an, so kann ein Sack mit Soja auf die Rodung des Urwaldes, die Möbelindustrie und Tierfutter verweisen und damit auch auf die Gier und Skrupellosigkeit des Menschen. Ein blauer Schmetterling und friedlich schlafende Tiere zeigen uns einfühlsam unsere Fähigkeit zur Hingabe. Schnee erinnert uns wehmütig an eine immer öfter erlebte Mangelerfahrung, eine Wüste an das, was kommen könnte. Dabei steht bei Christine das „Bildhafte“ im Vordergrund, eine schwer zu definierende Kraft, die ihre Bilder ausstrahlen.
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