Die Lernberatung am EG versteht sich als wichtiger Bestandteil des Konzeptes zur individuellen Förderung von SchülerInnen und eröffnet als niedrigschwelliges und klar strukturiertes Beratungsangebot und als „Insel im Schulalltag“ besondere Chancen.
Die Lernberatung richtet ihren Blick auf das einzelne Kind mit seinen schulischen Problemen und nimmt dabei eine ganzheitliche Perspektive ein. Das heißt, die Lernberatungslehrkräfte schauen auf seine fachlichen Schwierigkeiten, gleichzeitig aber auch auf damit zusammenhängende persönliche und soziale Besonderheiten (Lernbiographie, Beziehung zu MitschülerInnen, familiäre Unterstützung…). Lernberatung verfolgt dabei eine doppelte Zielsetzung: Dem einzelnen Schüler und der einzelnen Schülerin gegenüber begreift sie sich als eine intensive Form von „Hilfe zur Selbsthilfe“ – die Kinder sollen wieder eigenständig und erfolgreich am Unterricht teilnehmen und so auch den entsprechenden Leistungsanforderungen genügen können. Darüber hinaus will sie die einzelnen Fach- und KlassenlehrerInnen entlasten, die Wiederholerquote niedrig halten und helfen, den Schulalltag reibungsloser zu gestalten. Die SchülerInnen bekommen von den KollegInnen aus dem Lernberatungsteam Hilfestellungen zu Themen wie Organisation, Lernen, Wochenplanarbeit, Vorbereitung auf Klassenarbeiten etc. Sie erarbeiten gemeinsam Konzepte zu Verbesserung der individuellen Lernsituation und treffen sich dafür über mehrere Wochen nach einem individuell rhythmisierten Schema.
Die Beratungssituationen ergeben sich dadurch, dass SchülerInnen, KollegInnen oder Eltern Kontakt mit den BeratungslehrerInnen aufnehmen und dadurch den Beratungsprozess anstoßen. Der Beratungsprozess orientiert sich dabei an den vier Aufgaben: Klären des Ist-Zustandes & Diagnostizieren (Entwicklungsverlauf, Ressourcen, Probleminterpretationen…), Aktivieren von Veränderungsbereitschaft (Motivationen, eigene Ziele setzen…), Begleiten & Unterstützen (Absprachen, Lernschritte initiieren, Lernstrategien klären …) sowie Kontrollieren & Rückmelden (Vorhaben und Absprachen überprüfen).
Diese Aufgaben werden einerseits durch Strategien wie Zuhören, Anregen, Zuwenden, Verstehen, Einfühlen, Ermuntern, Wertschätzen bearbeitet – also im Sinne von „verständnisvolle Hilfe anbieten“, andererseits aber auch durch Strategien wie Nachhilfe geben, Verpflichten, Anschieben, Verbindlichkeiten einfordern, Kontrollieren… – also im Sinne von „Wegweiser sein“.
Die stattgefundenen Beratungsprozesse werden dokumentiert und die SchülerInnen erhalten zusätzlich eine schriftliche Rückmeldung auf den halbjährlich verteilten individualisierten Rückmeldebögen der Schule.